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…Unternehmen erfolgreich führen…

Die neue, offene Büroarchitektur soll wohl auch der allgemein für so gut befundenen „Team-Arbeit“ zuträglich sein. Wer sich in einer Bewerbung nicht selbst ausdrücklich „Teamfähigkeit“ bescheinigt, braucht seine Bewerbung heutzutage fast schon nicht mehr abgeben.

Aber wie „definiert“ sich ein Team eigentlich. Ist man schon allein ein Team weil die Chef-Etage eine besonders offene Büro-Struktur beschlossen, oder vielleicht mehr oder weniger auch „verordnet“ bzw. „durchgesetzt“ hat.“ Oder definiert sich ein Team wohl eher über sein Arbeitsfeld bezogen auf ähnliche oder gleiche Aufgabenstellungen? Oder doch über die Grenzen von Aufgabenstellungen hinweg um im Sinne der Firma die berühmten Synergie-Effekte bezogen auf Fachkompetenz und das „wie mache ich es“ auch „fachübergreifend“ zu nutzen?

Eigentlich werden Teams für unterschiedliche Ziele auf Zeit gebildet, mit dem Erreichen des Ziels ist der Selbstzweck des Teams mehr oder weniger aufgelöst. Zwingende Vorgaben für „Teams“ sind in Hinblick auf einen möglichen Erfolg neben der Übernahme der Aufgabe und deren Zielsetzung auch die selbständige Organisation und Kontrolle der eigenen Arbeit wie auch hierarchiefreies Arbeiten aller Teammitglieder auf „Augenhöhe“. 

Jeder weiß mittlerweile, dass hier einer vom anderen lernen soll, die Kreativität des Einzelnen soll letztendlich die Kompetenz des Teams stärken, wovon dann jedes einzelne Teammitglied wieder Vorteil ziehen soll. 

Das alles soll kurz gesagt, die „Produktivität“ und „Qualität“ einer Firma steigern. Die fachübergreifende Zusammenarbeit soll praktisch das Verständnis untereinander für Probleme anderer Fachbereich fördern. Man könnte hier auch sagen, es wäre sehr wichtig, dass der Mitarbeiter einer Zulassungsstelle Verständnis für die Arbeitsweisen im Bauamt entwickelt…

Neben den allgemein unterstellten „Vorteilen“ kann man Teamarbeit natürlich auch anders interpretieren, bzw. kann „Teamarbeit“ natürlich auch negative Effekte nach sich ziehen:

Bereits seit dem 19. Jahrhundert ist aber auch eine andere „Wirkung“ der Teamarbeit bekannt. Der sogenannte Ringelmann-Effekt. Dieser Effekt wurde nach einer Erkenntnis aus der Landwirtschaft benannt. Laut Ringelmann ist es keineswegs so, dass die Zugleistung zweier Pferde automatisch das doppelte von nur einem Pferd sein müsste. Die wäre die eigentliche Logik.

Ringelmann machte dann weitere Versuche mit arbeitenden Menschen. Ganz klare Erkenntnis daraus war, dass mit zunehmender „Teamgröße“ die durchschnittlichen Leistungen des Einzelnen sanken.

Man kann es auch anders umschreiben: T.E.A.M. = Toll, Ein Anderer Macht’s

Online kann man über den Ringelmann-Effekt nachlesen, dass dieser Effekt eher der Koordination zugeschrieben wird. Heute wird eher der Begriff „soziales Faulenzen“ erforscht und mit der Team-Arbeit in Verbindung gebracht.

Die Quintessenz daraus ist, dass offene Büroräume automatisch noch lange keine Teamarbeit ergeben, und wenn dies nicht genauestens gesteuert wird kommt doch wohl der Ringelmann-Effekt zum tragen, möglicherweise sogar mit der moderneren Sicht auf das Problem.

 

 

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